Dr. Bernhard Lukas  
 
 
   

Sattelgelenksarthrose

 

Entstehung

Bei der Sattelgelenksarthrose kommt es zum Abrieb des Gelenkknorpels zwischen dem großen Vieleckbein und dem ersten Mittelhandknochen am Daumen. Dieses Gelenk, welches auf Grund seiner Form Sattelgelenk genannt wird, ist extrem beweglich und bei allen Bewegungen, die der Daumen als Gegenspieler zu den übrigen Fingern ausübt, beteiligt.

Dieses große Bewegungsausmaß ist unter anderem dafür verantwortlich, dass es vor allen Dingen bei Frauen ab dem 40. Lebensjahr häufig zu einem Verschleiß des Gelenkknorpels kommt.

 

Symptome

Die typischen Symptome der Sattelgelenksarthrose sind belastungsabhängige Schmerzen im Daumen. Bei fortschreitender Arthrose kommt es bei vielen Alltagsbewegungen zu Schmerzen und Beeinträchtigungen, z.B. Schreiben, Öffnen einer Flasche, Zuknöpfen von Kleidung.

Im Spätstadium kann es neben einem deutlichen Reiben im Gelenk zu einer sichtbaren Fehlstellung und zum schmerzbedingten Kraftverlust kommen.

 

Diagnose

Bei der klinischen Untersuchung lässt sich ein Druckschmerz sowie ein Kompressionsschmerz über dem Sattelgelenk sowie Schmerzen bei der Oppositionsstellung des Daumens provozieren.

Die Röntgenuntersuchung des betroffenen Sattelgelenkes zeigt eine Verschmälerung des Gelenkspaltes, ein Abrutschen des Mittelhandknochens zur Speichenseite sowie die Bildung von Knochenanbauten (Osteophyten) im Gelenk.

Differentialdiagnostisch ausgegrenzt werden muss von der Sattelgelenksarthrose eine Arthrose zwischen dem Kahnbein sowie dem großen und kleinen Vieleckknochen (STT-Arthrose).

 

Therapie

Frühstadium bei noch nicht nennenswerten radiologischen Veränderungen kann die Verwendung einer Ergoschiene in Kombination mit der Gabe nichtsteroidaler Antiphlogistika die Symptome verbessern. Hilfreich kann auch eine ergotherapeutische Beratung zur Vermeidung von Bewegungsmustern sein, die das Daumensattelgelenk übermäßig beanspruchen.

Bei einem Fortschreiten der Erkrankung und zunehmender Schmerzsymptomatik kann nach einem definierten Stufenplan ein operatives Vorgehen angeboten werden.

 

Operationsverfahren

Bei noch vorhandenem Gelenkspalt und entsprechender Entzündungsreaktion kann als primäre operative Maßnahme eine Arthroskopie und arthroskopische Gelenktoilette mit ultrakleinen Optiken und Instrumentarien angeboten werden.

Diese wird zwar das Fortschreiten der Erkrankung nicht vermeiden kann aber für eine gewisse Zeit eine deutliche Schmerzreduktion bewirken.

Im fortgeschrittenen Stadium bei aufgebrauchten Gelenkspalt und entsprechender Schmerzen mit hohem Leidensdruck ist die Indikation zur Resektions- Suspensionsplastik gegeben.

Bei diesem Eingriff wird das große Vieleckbein entfernt und eine Aufhängung des ersten Mittelhandknochens mittels einer Sehnenschlinge in einer entsprechenden Technik durchgeführt.

In der Folge ist eine 6-wöchige Schienenruhigstellung durch eine individuell angefertigte Ergoschiene notwendig.

In ausgewählten Fällen kann bei jüngeren Patienten ein Gelenkersatz und eine Pyrocarbonprothese angeboten werden.

 

Die alternativ durchgeführten Versteifungen des Daumensattelgelenkes sind äußerst komplikationsträchtig und bieten wie internationale Studien gezeigt haben im Vergleich zur Resektions- Suspensionsplastik keinerlei Vorteile. Sie werden deshalb von uns nicht angeboten.

Die Patienten sollten nach einer Resektions- Suspensionsplastik die operierte Hand für mindestens drei, besser für vier bis sechs Monate keinen übermäßigen Belastungen aussetzen, da erst nach diesem Zeitraum die volle Schmerzfreiheit bei guter Beweglichkeit und wieder gewonnener Kraft erreicht wird.

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Komplikationen


Es gelten die üblichen Operationsrisiken wie Gefäßnervenverletzungen, Wundheilungsstörungen, Infektionen, Reflexdystrophie sowie Einschränkung der Beweglichkeit.