Dr. Bernhard Lukas  
 

   

Handwurzelbrüche

 

Der am häufigsten betroffene Handwurzelbruch ist der des Kahnbeines, siehe dazu eigenen Punkt unter Kahnbeinbruch.

 

Brüche der Handwurzelknochen mit Ausnahme des Kahnbeines sind seltene Verletzungen und entstehen beim Sturz auf das ausgestreckte oder stark gebeugte Handgelenk. Betroffen sind in abnehmender Häufigkeit Dreieckbein, Vieleckbein, Hakenbein, Mondbein, übrige.

Eine Besonderheit stellen Luxationsfrakturen der Handwurzelknochen dar.

 

Diagnostik

 

Röntgendiagnostik

Handgelenk in zwei Ebenen, eventuell in Ergänzung, dazu Schrägaufnahmen sowie die Karpalkanalaufnahme. Relativ häufig ist zur exakten Frakturdiagnostik die Computertomographie in Dünnschichttechnik erforderlich.

perilunäre, transtriguetrale Luxationsfraktur

 

 

CT

 

 

post operativ

 

 

Behandlung

Handelt es sich um nicht verschobene Brüche der Handwurzelknochen ohne Gelenkstufen, so können die meisten derartigen Brüche durch eine entsprechende Schienenruhigstellung zwischen 4 und 6 Wochen behandelt werden. Eine Operationsindikation besteht im einzelnen für:

  1. Brüche des Hakenbeins (Hamulus ossis hamati). Ein derartiges Bruch der besonders leicht übersehen wird, lässt sich am zuverlässigsten durch die Computertomographie nachweisen, kann in Einzelfällen aber auch gut in der MRT-Untersuchung dargestellt werden. Die Versorgung erfolgt durch eine kanülierte Minischraube.

Abriss des hamulus am os hamatum

 

2. Schaftfrakturen einzelner Handwurzelknochen, z.B. des Kopfbeins mit Verschiebung oder klaffendem Bruchspalt können ebenfalls mit kanülierten Schrauben übungsstabil versorgt werden.

3. Brüche, die mit einer Zertrümmerung einzelner Handwurzelknochen einhergehen, z.B. des Mondbeins oder Vieleckbeins. Diese lassen sich in vielen Fällen mit Drähten oder Mini.schrauben einigermaßen anatomisch rekonstruieren.

 

 

Komplikationen

Besonders Trümmerfrakturen sind gefährdet, dass es zu ein Absterben einzelner Knochenfragmente oder aber irreversiblen Knorpelschädigungen kommt. Daraus können Bewegungseinschränkungen oder Instabilitäten des karpalen Gefüges entstehen. Ansonsten gelten die üblichen Komplikationen einer Osteosynthese.

 

Nachbehandlung

Handelt es sich um übungsstabile Schraubenosteosynthesen einzelner Knochen ist die Schienenruhigstellung nur kurz oder verzichtbar. Handelt es sich lediglich um adaptierende Drahtfixierungen, ist meist eine zusätzliche 4 bis 6-wöchige Schieneruhigstellung notwendig.

 

Metallentfernung

Nach Schraubenosteosynthesen nicht notwendig. Nach Drahtosteosynthesen ist die Immobilisierung etwa 6 bis 8 Wochen nach der Versorgung notwendig.