Dr. Bernhard Lukas  
 

   

Unterarmbrüche

Unterarmbrüche betreffen entweder die Speiche oder die Elle oder aber beide Knochen und entstehen bei Sturz auf den Unterarm, bzw. durch direkten Anprall (Parierbruch der Elle). Betroffen sind meist jüngere Patienten.

 

Symptome

Schmerzen, Schwellung, eingeschränkte Beweglichkeit, z.B. aufgehobene Umwendbewegung des Unterarmes.

 

Diagnostik

 

Röntgendiagnostik

Unterarm in zwei Ebenen, ggf. unter Einbezug des Ellbogen- und Handgelenkes.

 

Behandlung

Ist nur einer der beiden Unterarmknochen betroffen und besteht keine wesentliche Dislokation kann der Bruch durch eine Oberarmschiene für etwa 4-6 Wochen zur Ausheilung gebracht werden. Alle stärker verschobenen Brüche sowie Brüche der Elle und Speiche sind extrem instabil und müssen durch Osteosynthesen versorgt werden. Die Versorgung erfolgt in der Regel mit Plattenosteosynthesen, die über zwei getrennte Zugänge an Elle und Speiche je nach Frakturhöhe eingebracht werden. Alternativ kann in Einzelfällen auch durch einen inneren Kraftträger (Knochennagel) oder aber äußeren Spanner (Fixateur extern) die Fraktur versorgt werden.

 

 

Komplikationen

Pseudarthrosenentstehung sowohl bei konservativ als auch selten nach operativer Versorgung, Gefäßnervenverletzungen (Arteria radialis, Nervus radialis, ulnaris medianus) sind entweder durch Hakendruck oder zu starken Zug möglich. Ansonsten die üblichen Komplikationen einer Osteosynthese.

 

Nachbehandlung

Nach Plattenosteosynthesen am Unterarm ist in der Regel keine zusätzliche Schienenruhigstellung erforderlich. Es kann nach einer stabilen Versorgung zügig mit Bewegungsübungen begonnen werden. Besonders ist darauf zu achten, dass durch eine zu lange Ruhigstellung mit einer bleibenden Beeinträchtigung der Umwendbewegung durch Verknöcherungen der membrana interossea gerechnet werden muss.

 

Metallentfernung

Meist wird eine Metallentfernung der eingebrachten Platten zeitversetzt frühestens ein Jahr nach kompletter knöcherner Konsolidierung durchgeführt. Bei zu vorzeitiger Metallentfernung vor allen Dingen zeitgleich an beiden Knochen, besteht eine deutlich höhere Refrakturgefährdung.

 

siehe auch Distaler Speichenbruch